Frauen gründen seltener Unternehmen

Nur wenige Frauen gründen Unternehmen

Startups in Deutschland

In Berlin trifft Angela Merkel heute auf Ivanka Trump und die niederländische Königin Maxima, beim zweitägigen Women-20-Gipfel (W20). Der Dialog, der Teil des G20-Gipfels ist, will die wirtschaftliche Stärkung von Frauen vorantreiben, zum Beispiel durch die Förderung von Frauen als Unternehmerinnen.

In Deutschland gründen noch immer deutlich mehr Männer als Frauen Startups, wie die Statista-Grafik zeigt. Laut dem Deutschen Startup Monitor 2016 des Wirtschaftsprüfers KPMG ist der Anteil der weiblichen Unternehmensgründerinnen in den vergangenen Jahren zwar stetig gestiegen. Doch noch immer sind mit 86,1 Prozent der größte Anteil der Startup-Gründer männlich und nur 13,9 Prozent weiblich.

Der W20-Gipfel wird vom Deutschen Frauenrat und dem Verband deutscher Unternehmerinnen ausgerichtet. Im Juli treffen sich dann in Hamburg die Vertreter der G20, darunter auch der US-Präsident Donald Trump.

 

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Women in Digital Business

Die digitale Zukunft muss weiblicher werden

Die Studien sprechen eine klare Sprache: In der digitalen Wirtschaft sind zu wenige Frauen am Start. Dabei könnte ein höherer Anteil weiblicher Fachkräfte so manches Problem in den Unternehmen lösen. Die CeBIT greift das Thema erneut auf.

Hannover. Nach wie vor werden in der digitalen Wirtschaft händeringend Fachkräfte gesucht. So manches Unternehmen muss Aufträge ausschlagen oder kann nicht weiterwachsen, weil das richtige Personal fehlt. Ein Grund: In der digitalen Wirtschaft sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Die CeBIT als weltweit wichtigste Veranstaltung für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft greift dieses Thema erneut auf und richtet – bereits zum dritten Mal – 2017 den Fachkongress „Women in Digital Business“ aus.

Das Format hat sich zu einer festen Größe des Events entwickelt. Veranstalter sind in diesem Jahr neben der CeBIT der Bitkom, die Vogel IT-Akademie, UniCredit, Plan W und IBM. 2017 liegt der Fokus noch stärker auf den Digitalisierungs- und IT-Fachthemen. Diese Themen richten sich an Frauen aller Branchen und Unternehmensgrößen. Ihr Ziel: Managerinnen und Fachfrauen sollen die neuesten digitalen Entwicklungen in ihren Unternehmen mitgestalten. Zudem erhalten die Teilnehmerinnen konkrete Praxisbeispiele und Empfehlungen für ihre eigene Karriere.

Die Veranstaltung wird am CeBIT-Donnerstag, 23. März, von 10.30 bis 17.45 Uhr im Tagungsbereich der Halle 8, Bamboo Stage ausgerichet. Die Teilnehmerinnen erwartet ein Programm mit Workshops und Vorträgen unter anderem von Accenture, der Robert Bosch GmbH und Google. Unter anderem wird auch Dr. Ariane Reinhart sprechen. Sie ist Vorstandsmitglied der Continental AG und eine der wenigen Frauen in der Vorstandsetage eines DAX-Unternehmens. Ihre Keynote wird den Titel tragen: „How Human Relations Enable Digital Transformation“.

Die Konferenz „Women in Digital Business“ will zudem Antworten geben auf die Fragen: Wie gehen Unternehmen mit der Digitalisierung um, welche Auswirkung und welchen Nutzen können sie daraus ziehen? Kann die Digitalisierung für die Frauen in den IT-Abteilungen eine Chance sein und wie können die Technologien sie dabei unterstützen? Themen wie Big Data, Security oder New Technologies werden ebenfalls diskutiert.

Frauen in Führungspositionen: Osten liegt vorn

Noch immer sind sehr wenige Frauen in Führüngspositionen

Baden-Württemberg, obwohl wirtschafltich eine starke Region,  bildet das Schlusslicht.

Frauen sind in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Deutschlandweit sind nur 22,5 Prozent der Führungspositionen weiblich besetzt, wie eine Studie von Bürgel zeigt, für die die Daten von fast 2,9 Millionen Führungskräften ausgewertet wurden. Wie die Grafik von Statista zeigt, ist der Frauenanteil in den neuen Bundesländern höher, als in den alten. Die wenigsten weiblichen Führungskräfte gibt es im Süden der Republik, in Baden-Württemberg, die meisten in Brandenburg. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Anteil um 0,1 Prozentpunkte verbessert, was zeigt, dass der heutige Weltfrauentag noch immer nötig ist.

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IT-basierte Innovationen in der Biopharma-Branche

 EU-Projekt PERMIDES: Gutscheine bezuschussen Zusammenarbeit von IT- und Biopharma-Unternehmen

Karlsruhe, 24. Februar 2017. Kleine und mittlere Biopharma-Unternehmen, die zukunftsweisende Kooperationsprojekte mit IT-Unternehmen durchführen wollen, können sich im Rahmen von PERMIDES um Gutscheine (Beratungs-, Innovations- oder Reisegutscheine) bewerben. PERMIDES wird über das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation, Horizon 2020, gefördert und wird vom CyberForum koordiniert. Der Gesamtwert der Gutscheine beträgt 3 Millionen Euro. Die europaweite Bewerbungsphase wird am 15. März 2017 eröffnet, interessierte Biopharma- und IT-Unternehmen können sich bereits jetzt vorab unter www.permides.eu registrieren.

Das PERMIDES-Projektkonsortium

Das PERMIDES-Projektkonsortium Bildquelle: CyberForum

Gerade im Bereich der sogenannten personalisierten Medizin – und damit auch bei der Auswertung von großen Mengen an Gesundheitsdaten – wachsen IT- und Biopharma-Branche zusammen. Um solche gewinnbringenden Kooperationen zu fördern, wurde 2016 das EU-Projekt PERMIDES (Personalised Medicine Innovation through Digital Enterprise Solutions) ins Leben gerufen. Acht Partner aus Deutschland, Österreich und Norwegen sind unter Federführung des CyberForum e.V., welches das Software Cluster repräsentiert, am Projekt beteiligt.

Biopharma-Unternehmen, das heißt Unternehmen aus den Bereichen Biotech/Medtech, Diagnostik, Auftragsforschung, Biobanken und Bioinformatik, die gemeinsam mit IT-Unternehmen neue technologiebasierte Geschäftsmodelle entwickeln oder bestehende Wertschöpfungsprozesse digitalisieren möchten, können im Rahmen von PERMIDES von Innovationsgutscheinen profitieren und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.
Hierfür werden folgende Arten von Gutscheinen mit einem Gesamtvolumen von 3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt:

Beratungsgutscheine im Wert von bis zu 5.000 € pro Gutschein

Hier kann ein Biopharma-KMU auf eine individuelle Beratung durch ein IT-KMU zurückgreifen, wenn diese Beratung eine spezifische Herausforderung in der Wertschöpfungskette betrifft, die über die IT verbessert werden könnte. Ein Biopharma-KMU kann sich für mehrere Beratungsgutscheine mit einem Gesamtwert in Höhe von bis zu 12.000 € bewerben.

Innovationsgutscheine im Wert von bis zu 60.000 € pro Gutschein: In diesem Fall erhält ein Biopharma-KMU eine maßgeschneiderte IT-Lösung, die an die jeweilige Wettbewerbssituation angepasst ist. Ein Biopharma-KMU kann sich für mehrere Innovationsgutscheine bewerben.

Reisegutscheine im Gesamtwert von bis zu 6.000 € pro KMU: Mit diesen Gutscheinen werden KMU bei der Teilnahme an den Matchmaking-Veranstaltungen und Workshops des Projekts unterstützt. Hier können sich sowohl Biopharma- als auch IT-KMU bewerben, auch für mehrere Reisegutscheine. Nationale Reisen können dabei mit bis zu 200 € gefördert werden, internationale mit bis zu 1.800 €.

Bewerbungsphase: das ist der Prozess

Interessierten Biopharma- und IT-Unternehmen wird empfohlen, sich vorab über www.permides.eu/apply-now/ zu registrieren. Über eine webbasierte Matchmaking-Plattform können Biopharmafirmen gezielt nach IT-Kooperationspartnern suchen, und umgekehrt. Die anschließende Bewerbung für die Innovationsgutscheine kann ab dem 15. März 2017 und nur über das Biopharma-Unternehmen erfolgen. Voraussetzung ist der Nachweis, dass ein IT-Kooperationspartner gefunden wurde und dass eine gemeinsame Innovationsidee besteht. Der erste Stichtag zur Abgabe der Anträge ist der 15. Mai 2017.

Die Wirkung der Kooperationsprojekte, die PERMIDES unterstützen wird, soll darüber hinaus durch Nachbereitungstrainings und Transfer-Aktivitäten durch die beteiligten Cluster-Organisationen maximiert werden.

PERMIDES wird gefördert durch das Horizon 2020 Rahmenprogramm der Europäischen Union unter der Grant Agreement Nummer 691546.

Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt

Informationsveranstaltung für Arbeitgeber in Freiburg – refascentapp-comic-d

eine Initiative von Herder Verlag, Allert + Martin,

HINKEN Consulting und Agentur INCOM

Die erste große Veranstaltung für Arbeitgeber trifft auf sehr großes Interesse.

Bislang haben sich mehr als 50 Teilnehmer*innen angemeldet.

Ein Highlight wird die Präsentation der REFascent App sein, die Geflüchtete, Helfer*innen und Arbeitgeber*innen zusammenführt. Die App ist seit heute in den AppStores kostenlos erhältlich.

refascent_is_in_appstore___

Mittwoch, 16. November 2016
16.00 bis 20.00 in Freiburg, Hermann-Herder-Str. 4 im Roten Haus
Geflüchtete zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen, stellt eine große gesellschaftliche Herausforderung dar. Dennoch sind viele Unternehmen bereit, Geflüchtete bei entsprechender Qualifizierung einzustellen. Dabei stehen leider immer wieder widersprüchliche Vorschriften und viel Bürokratie im Weg.
Aus diesem Grund hat sich unsere Initiative entschlossen, Orientierung und Hilfestellung sowohl für Geflüchtete als auch für Unternehmen im Südwesten zu geben.
Im Vordergrund steht das Matching zwischen Geflüchteten, die eine Arbeit suchen und Unternehmen, die dringend Arbeitskräfte brauchen.
Mit gutem Willen, Engagement und viel Verständnis für eine andere Kultur, können beide Seiten davon profitieren.

Mit freundlicher Unterstützung
Ingenieurgruppe Freiburg GmbH
www.igf-info.de

Dipl. Grafik-Designer Holger Warzecha

warzecha-formgeberei.de
und der Wehrle Medienproduktion UG
www.wehrle-medienproduktion.de

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Bitcoin ist günstiger und schneller

Die Bankenwelt sieht die Entwicklung kritisch

Wenn sich die Kryptowährungen durchsetzen und Blockchain zum Alltag gehören wird, dann hat das traditionelle Bankengewerbe bald ausgedient. Es ist an der Zeit, über neue Geschäftsmodelle auf Basis von Blockchain und Kryptowährung nachzudenken. Eine Bankenkrise, wie wir sie in der Verangenheit hatten, wäre damit hinfällig.

Am 1. Septmber findet in Frankfurt eine Veranstaltung zu diesem Thema statt. „Joint Fall Conference 2016 of E-Finance Lab“.

„The Legal Framework of Applying Blockchains – in Germany and in Europe“dürfte ein spannender Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. Helmut Siekmann, Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS), Frankfurt und Benjamin Beck, Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS), Frankfurt werden.

Bitcoin ist das erste virtuelle Peer-to-Peer Währungssystem, das einen fälschungssicheren Austausch von digitalen Münzen über das Internet ermöglicht. Die dezentrale Struktur des Währungssystem erlaubt es hohe Gebühren für den Zahlungstransfer zu umgehen, die von Banken, Kreditkarteninstituten und Clearinghäusern verlangt werden. So liegt laut Erhebung der Strategieberatung LSP Digital die Transaktionsgebühr einer Bitcoin-Überweisung durchschnittlich bei 0,016 Prozent. Dagegen sind es bei einer transnationalen Überweisung von 200 US-Dollar aus den USA rund sechs Prozent. Neben Bitcoin gibt es 750 weitere Kryptowährungen, wobei Bitcoin als Pionier den Markt mit einem Anteil von 80 Prozent dominiert. Die einzige Bedingung um Teil des Bitcoin-Netzwerkes zu werden, ist ein funktionierender Internetzugang.

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Gewährleistungsrecht für den Online-Warenhandel

Im Rahmen der digitalen Binnenmarktstrategie will die EU-Kommission Handelshemmnisse beseitigen.

cep - screenshotMit dem Erlass zweier Richtlinien für den digitalen Binnenmarkt will die Kommission einen Anstieg des Handels innerhalb der EU im Umfang von 1 Mrd. Euro jährlich bewirken. Durch die Vollharmonisierung wichtiger Verbrauchervertragsvorschriften und eine Anhebung des Schutzniveaus sollen Handelshemmnisse beseitigt und das Vertrauen in den grenzüberschreitenden Online-Handel gestärkt werden. Die Kommission erwartet, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU dadurch „dauerhaft“ um jährlich 4 Mrd. Euro zunehmen würde.

Die Richtlinie „über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte des Online-Warenhandels und anderer Formen des Fernabsatzes von Waren“ ist ein erster Schritt in Richtung einer – für die Vollendung des Binnenmarktes gebotenen – Vollharmonisierung des Verbraucherschutzrechts. Sie beschränkt sich jedoch auf weite Teile des Gewährleistungsrechts und klammert – aus Sicht des cep – wichtige andere Bereiche des Vertragsrechts wie die Verjährungsfristen aus. Weil die Richtlinie somit keine Vollharmonisierung des Kaufvertragsrechts schafft, ist es aus Sicht des cep zweifelhaft, ob sie den Online-Handel tatsächlich fördern kann. Zu diesem Ergebnis kommt die cepExpertin Dr. Anja Hoffmann in ihrer Analyse der Richtlinie. „Wegen der Begrenzung auf den Online-Handel zersplittert die Richtlinie darüber hinaus das nationale Recht in ungerechtfertigter Weise und verzerrt so den Wettbewerb“, ergänzt Hoffmann.

cepAnalyse Gewährleistungsrecht für den Online-Warenhandel

Raubkopien: Software-Herstellern entgehen Milliarden

Software-Raubkopien gehen zurück. In Indonesien ist der Anteil allerdings außergewöhnlich hoch.

Auf insgesamt 52,2 Milliarden US-Dollar schätzt eine aktuelle Erhebung der Business Software Alliance den kommerziellen Wert aller weltweit installierten Software-Raubkopien. Allein in den USA und China entgehen der Branche rund 18 Milliarden US-Dollar. Die höchste Raubkopie-Quote im Top 10 Ranking kann Indonesien vorweisen: 84 Prozent der Software im Land ist nicht lizensiert. In Deutschland sind es dagegen nur 22 Prozent. Trotzdem beläuft sich der Gesamtwert der illegal kopierten Programme auf 1,7 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich mit den letzten Erhebungen ist der Schaden durch Software-Piraterie rückläufig. 2011 und 2013 belief sich der kommerzielle Wert nicht lizensierter Software noch auf jeweils über 60 Milliarden US-Dollar.

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Grenzüberschreitende Portabilität von Online-Inhalten

Verordnung zur Gewährleistung grenzüberschreitender Portabilität von Online-Inhaltediensten ist Angriff auf die unternehmerische und die Vertragsfreiheit in der EU.

Verbraucher, Rechteinhaber und Unternehmen schauen unterschiedlich sorgenvoll auf die Pläne der EU-Kommission zur Portabilität von Online-Inhalten. Danach sollen Abonnements von Online-Inhalten auch bei vorübergehenden Aufenthalten im EU-Ausland genutzt werden können. „Dies ist zwar juristisch, nicht aber ordnungspolitisch gerechtfertigt“, erklären Matthias Kullas und Iris Hohmann vom Centrum für Europäische Politik (cep).

Ausgehend davon, dass die unternehmerische Freiheit und die Vertragsfreiheit fundmentale Bestandteile der Ordnungsprinzipien der Marktwirtschaft sind, weist die cepAnalyse darauf hin, dass die Pflicht zur grenzüberschreitenden Portabilität sowohl in die unternehmerische Freiheit der Rechteinhaber und der Anbieter von Online-Diensten als auch in die Vertragsfreiheit der Rechteinhaber, der Anbieter und der Abonnenten eingreift. Die Begründung der Kommission dafür – viele Abonnenten erwarteten grenzüberschreitende Portabilität – hält das cep für nicht überzeugend. „Eine Erwartungshaltung von Marktteilnehmern kann solche Eingriffe ordnungspolitisch nicht rechtfertigen“, so der cep-Experte Kullas, der warnt: „Für die Nutzer können die Abonnements durch die Pflicht zur grenzüberschreitenden Portabilität teurer werden. Denn zum einen werden die Anbieter versuchen, höhere Kontrollkosten an die Abonnenten weiterzugeben. Zum anderen werden die Rechteinhaber aufgrund der Pflicht zur grenzüberschreitenden Portabilität versuchen, die Lizenzgebühren – zumindest bei Neuverträgen – zu erhöhen.“

Positiv sei einzuschätzen, dass Rechteinhaber auch zukünftig nationale Lizenzen vergeben können und Anbieter keine Lizenzen für das EU-Ausland erwerben müssen. Auch erhalten Anbieter kostenloser Abonnements eine Wahlmöglichkeit, ob sie grenzüberschreitende Portabilität anbieten wollen. Die mögliche Befreiung der Anbieter kostenloser Abonnements von der Portabilitätspflicht ist aus Sicht des cep sachgerecht, da nicht alle die resultierenden Kosten tragen können. Allerdings können die Kontrollkosten für die Anbieter steigen, weil die EU-Kommission nicht spezifiziert, was „wirksame Mittel“ für die Kontrolle des Wohnsitzstaats sind.

Die cepAnalyse lesen Sie hier.

KMU gegen TTIP

Kleine und Mittlere Unternehmen gegen TTIP: 500 Unternehmer unterzeichnen binnen 14 Tagen

Sie fürchten konkrete Nachteile für die Demokratie, die Standards in Europa, für ihre Unternehmen und für die regionale Wirtschaft: Mehr als 500 Unternehmer/innen haben binnen zwei Wochen den Aufruf „KMU gegen TTIP“ in Deutschland unterzeichnet. Dabei ist die Initiative noch gar nicht offiziell vorgestellt worden.

Initiatoren sind die Inhaber/innen der Unternehmen Fella Maschinenbau GmbH (Odenwald bei Frankfurt a.M.), der Brauerei Clemens Härle KG (Leutkirch im Allgäu), der Egovision GmbH (Lohmar), der Ulrich Walter GmbH /Lebensbaum (Diepholz) und der Velokonzept GmbH (Berlin). Zu den mehr als 500 Unterzeichner/innen gehören Inhaber/innen und Geschäftsführer/innen von Unternehmen aus ganz Deutschland.

„TTIP ist ausschließlich auf die Bedürfnisse großer Konzerne zugeschnitten und bedroht dadurch kleine und mittelständische Unternehmen wie unseres“, sagt Mitinitiator Ulrich Walter (Ulrich Walter GmbH) über die Gründe der für Unternehmen ungewöhnlichen Aktion.  Dass Verträge wie das Transatlantische Freihandelsabkommen – TTIP steht für Transatlantic Trade and Investment Partnership – eher zu Lasten des Mittelstandes gingen, zeige das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA zwischen den USA und Mexiko. „Der amerikanische Mittelstand und die mexikanischen Kleinbetriebe mussten Federn lassen, NAFTA brachte allein für Mexiko unter dem Strich einen Verlust von 1,9 Mio. Arbeitsplätzen“, sagt Mitinitiatorin Martina Römmelt-Fella (Maschinenbau Fella GmbH). Das amerikanisch-mexikanische Abkommen nehme damit vorweg, was auch für TTIP gelte: „Es profitieren nur die Großen.“ Weitere Kritikpunkte der Unternehmen sind die Paralleljustiz über Investor-Staat-Schiedsgerichtsverfahren, die Aushöhlung parlamentarischer Entscheidungsverfahren und der mangelnde Schutz regionaler Wirtschaftsstrukturen, zum Beispiel im Handwerk und in der Ernährungswirtschaft.

Von ihren regulären Standesvertretungen fühlen sich die Unterzeichner/innen nicht mehr vertreten. Die Kritik auch aus den Reihen der Unternehmen falle beispielsweise bei den Industrie- und Handelskammern „unter den Tisch“. „Die Stimmung ist nicht so, wie die Standesvertretungen behaupten. Zum Beispiel ist die Kritik vom BVMW an TTIP immer leiser geworden, obwohl sich an den Kritikpunkten nichts Wesentliches geändert hat“, sagt Frank Immendorf (Messebau Egovision GmbH), ebenfalls einer der Initiatoren.

Die Sammlung von Unterstützungserklärungen soll ein Signal an die Öffentlichkeit, an die traditionellen Wirtschaftsverbände und die politischen Entscheidungsträger/innen sein: Die KMU, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, stehen keinesfalls geschlossen hinter TTIP, sondern setzen sich in erster Linie für eine offenere und transparentere Diskussion möglicher Vor- und Nachteile ein.